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Jan 3, 2026

Das unterschätzte Risiko im Venture Capital: Teamdynamik und Gründerqualität

Das unterschätzte Risiko im Venture Capital: Teamdynamik und Gründerqualität

Das unterschätzte Risiko im Venture Capital: Teamdynamik und Gründerqualität

Das unterschätzte Risiko im Venture Capital: Teamdynamik und Gründerqualität




Warum Venture Capital selten an Ideen scheitert



Im Venture Capital gilt ein unausgesprochener Konsens: Märkte können sich verändern, Produkte können pivotieren – Teams müssen funktionieren. Trotzdem konzentrieren sich viele Investmententscheidungen weiterhin auf Pitchdecks, Marktanalysen und Finanzmodelle.


Die Realität zeigt ein anderes Bild. Ein Großteil gescheiterter Startups scheitert nicht an fehlender Nachfrage oder falscher Technologie, sondern an menschlichen Faktoren: Konflikte zwischen Gründern, unklare Rollen, Führungsdefizite oder psychische Überlastung.


Teamdynamik und Gründerqualität sind eines der größten, aber am wenigsten systematisch bewerteten Risiken im Venture Capital.




Die häufigsten teambezogenen Ausfallursachen



Analysen aus Venture-Portfolios, Accelerator-Programmen und Gründerstudien zeigen wiederkehrende Muster. Zu den häufigsten Ursachen zählen:


  • ungelöste Konflikte zwischen Co-Foundern

  • unklare Entscheidungsstrukturen

  • fehlende Führungsfähigkeit bei Wachstum

  • Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse

  • Überlastung einzelner Schlüsselpersonen



Diese Risiken entstehen nicht plötzlich, sondern entwickeln sich über Zeit. Sie sind früh vorhanden, werden aber selten früh erkannt.




Warum Pitchdecks Teamrisiken nicht abbilden



Pitchdecks sind auf Klarheit und Überzeugung ausgelegt. Sie zeigen Vision, Marktpotenzial und Strategie. Was sie nicht zeigen können, sind:


  • reale Entscheidungsprozesse

  • Konfliktverhalten unter Druck

  • Kommunikationsmuster im Alltag

  • Führung in Krisensituationen



Pitches bilden Performance unter Idealbedingungen ab. Venture Capital entscheidet jedoch über Unternehmen, die unter Unsicherheit, Zeitdruck und Stress agieren. Genau dort entscheidet sich die Qualität eines Teams.




Gründerqualität ist mehr als Fachkompetenz



Technische Expertise, Marktverständnis und Branchenkenntnis sind notwendig – aber nicht ausreichend. Gründerqualität umfasst weitere, oft unterschätzte Dimensionen:


  • Selbstreflexion und Lernfähigkeit

  • Konfliktfähigkeit und Feedbackkompetenz

  • Entscheidungsstärke unter Unsicherheit

  • Führungsreife und Verantwortungsübernahme

  • psychische Belastbarkeit



Diese Faktoren bestimmen, ob Gründer mit Wachstum, Investorenerwartungen und internen Spannungen umgehen können.




Intuition als systematisches Risiko



Viele Investoren verlassen sich auf Erfahrung und Bauchgefühl. Das ist nachvollziehbar – aber psychologisch problematisch. Forschung zur Entscheidungspsychologie zeigt, dass intuitive Urteile häufig verzerrt sind:


  • Charismatische Gründer werden überschätzt

  • Ähnliche Profile wirken vertrauter und kompetenter

  • Erste Eindrücke werden übergewichtet

  • Kritische Hinweise werden unbewusst ausgeblendet



Ohne strukturierte Analyse bleibt die Bewertung von Teamdynamik inkonsistent und subjektiv.




Teamdynamik als systemisches Risiko



Teams sind keine Ansammlung einzelner Persönlichkeiten, sondern soziale Systeme. Risiken entstehen nicht nur durch individuelle Schwächen, sondern durch Wechselwirkungen:


  • doppelte oder fehlende Rollen

  • unausgesprochene Erwartungen

  • informelle Machtstrukturen

  • ungeklärte Entscheidungswege



Ein starkes Produkt kann ein dysfunktionales Team nicht langfristig kompensieren. Umgekehrt können starke Teams schwache Ausgangspositionen überwinden.




Psychologie als Entscheidungswerkzeug im Venture Capital



Psychologie bietet Investoren die Möglichkeit, menschliche Faktoren systematisch zu erfassen. Dabei geht es nicht um einfache Persönlichkeitstests, sondern um wissenschaftlich fundierte Diagnostik aus:


  • Persönlichkeitspsychologie

  • Team- und Organisationspsychologie

  • Führungs- und Entscheidungsforschung

  • Stress- und Konfliktpsychologie



Diese Modelle ermöglichen es, Verhalten vergleichbar, prognostizierbar und einordbar zu machen.




Human Due Diligence: Risiken sichtbar machen



Der strukturierte Einsatz psychologischer Verfahren im Investmentprozess wird als Human Due Diligence bezeichnet. Sie ergänzt klassische Due Diligence um eine fundierte Bewertung von Gründerqualität und Teamdynamik.


Human Due Diligence beantwortet unter anderem:


  • Sind Rollen klar und funktional verteilt?

  • Wie konfliktfähig ist das Team?

  • Wie werden Entscheidungen getroffen?

  • Ist das Team skalierungsfähig?

  • Wo liegen potenzielle Eskalationspunkte?



Ziel ist nicht Selektion, sondern Risikotransparenz und Steuerungsfähigkeit.




Der konkrete Mehrwert für Investoren




Mehr Entscheidungssicherheit



Investoren erhalten belastbare Informationen über den wichtigsten Erfolgsfaktor eines Startups: das Team.



Frühzeitige Risikosteuerung



Erkannte Risiken können aktiv begleitet werden – durch Coaching, klare Erwartungen oder gezielte Board-Arbeit.



Stabilere Portfolios



Investoren, die Teamdynamik systematisch berücksichtigen, profitieren von weniger Eskalationen, stabileren Gründerteams und höherer Umsetzungskraft.




Fazit: Teamdynamik ist ein harter Risikofaktor



Teamdynamik und Gründerqualität sind keine weichen Faktoren. Sie sind entscheidende Werttreiber und zentrale Risikofaktoren im Venture Capital.


Wer sie ignoriert, akzeptiert unnötige Unsicherheit.

Wer sie systematisch analysiert, trifft bessere, sicherere Investmententscheidungen.